Ich glaube, dass mein Beitrag zählt.

MEIN BEITRAG MACHT DEN UNTERSCHIED

Das ganz alltägliche Leben ist unser Wasser, das wir verschenken dürfen. Daraus wird köstlicher Wein. Unsere Beiträge wirken – im Großen und im Kleinen.

„Oh Mann – kann der im Auto vor uns denn nicht schneller fahren!“ Eigentlich hatten wir genügend Zeit eingeplant, um pünktlich zur Beerdigung zu kommen. Doch mit so vielen ge­mütlich fahrenden Personen – und das haben wir in diesem Moment nicht so freundlich ausgedrückt – Sperrungen und Traktoren auf der Strecke reichte auch der Puffer von 30 Mi­nuten nicht aus. Solche Situationen erleben wir immer wie­der. Manchmal fällt uns dann ein: „Schenk’s der Gottesmutter in den Krug – sie kann etwas Sinnvolles daraus machen.“

Der Krug – unser Beitrag

Der Krug ist ein Symbol für das Sammelgefäß bei der Hochzeit zu Kana. Damals ging den Hochzeitsveranstaltern der Wein aus – eine Blamage für das Brautpaar. Maria war aufmerksam, bemerkte die Not und brachte sie zu Jesus. Wir wissen, wie die Geschichte weitergeht: Jesus wandelt das Wasser in köst­lichen Wein. Deshalb ist der Krug in allen Schönstatt-Heiligtü­mern zu finden – als Sinnbild dafür, dass alltägliches „Wasser“ in kostbaren „Wein“ verwandelt werden kann.

Auch unser Ärger, unsere Mühe, unsere kleinen und großen Herausforderungen dürfen wir der Gottesmutter schenken – im Vertrauen darauf: Jeder Beitrag zählt. Im Liebesbündnis las­sen wir uns als brauchbare Werkzeuge in Dienst nehmen. Wir glauben, dass unser konkreter Beitrag – und mag er noch so unscheinbar sein – die Gnadenquelle vom Heiligtum aus zum Fließen bringt. Nichts ist zu gering, als dass es nicht zählen würde. Wir füllen den Krug und werden dadurch fruchtbar für alle, die die Gottesmutter beschenken möchte. „Nichts ohne Dich – nichts ohne uns.“

Alltag als Geschenk

Alles kann zu einem Beitrag werden: Ob wir Windeln wech­seln, für einen Test lernen oder eine wichtige Besprechung haben. Ob wir im Garten arbeiten, mit den Kindern im Freibad sind, als Familie beten oder als Ehepaar ein gutes Gespräch führen. Ob es uns leichtfällt oder Überwindung kostet – alles kann zu einem wertvollen Beitrag für die Gottesmutter werden, wenn wir es aus Liebe tun und ihr in den Krug schen­ken. Unsere Liebe zu Gott und zur Gottesmutter – das ist unser Beweggrund. Überwindungen werden dann nicht nur zu Kraft­akten, sondern zur Formgebung und Stärkung unserer Herzen. Verzichte werden nicht zu Kasteiungen, sondern zum freien Liebeserweis. Unser alltägliches Tun wird zum Gebet.

Dein Beitrag zählt

In einem Telefonat erzählt eine Freundin von ihren Schmer­zen, Peinlichkeiten und Herausforderungen, die sie durch ihre Krankheit ertragen muss. „Danke für all deine vielen Beiträge fürs Gnadenkapital – davon leben wir!“„Und wie ist die neue Si­tuation für dich?“ Beim Erzählen wird klar, dass die Veränderung der Wohnsituation und die ganzen Formalitäten, die der Umzug mit sich bringt, etwas ist, was schwergewichtig und mühsam ist. Beim Verabschieden ruft das Gegenüber ermutigend zu „Dein Beitrag zählt!“. Ja genau – das motiviert, die Arbeit gut zu verrichten und kostet weniger Kraft, weil es gleichzeitig ein Geschenk für die Gottesmutter ist.

„Für die Gottesmutter ist mir nichts zu viel.“ So hörten wir erst kürzlich von einem langjährigen Mitarbeiter Mariens. Wie wir jemanden, den wir lieben, mit einem Geschenk überraschen möchten und ihm damit zeigen, dass wir ihn gern haben, so ist das seine Motivation, der Gottesmutter Beiträge in den Krug zu schenken. Aus Liebe zu ihr und weil er daran glaubt, dass sie wirkt und sorgen wird. Wir glauben: Aus allem – auch aus dem Unscheinbaren – trägt unser Beitrag dazu bei, dass die Gnaden­quelle fließt.

Mit frohem Herzen

„Alle unsere Werke werden fruchtbarer, wenn wir sie mit fro­hem Herzen verrichten“, sagt Pater Josef Kentenich. Freude kann man nicht erzwingen, aber wir können uns dafür entscheiden. Hilfreich ist: Dinge tun, die Freude machen, die Seele nähren durch Gebet, Sakramente und gute Medien, auf genügend Schlaf achten und sich in Leichtigkeit üben.

Unser Beitrag als Ehepaar

Als wir mit unseren damals vier kleinen Kindern in Salach wohn­ten, wurden wir immer wieder angesprochen: Man erlebe uns als bunt und lebendig. Einmal bekamen wir sogar ein Spiel ge­schenkt – als Dank für das, was wir in der Gemeinde einbringen. Dabei hatten wir gar nicht den Eindruck, viel zu tun. Wir waren einfach da. Oft ist kein Wort notwendig. Wie wir miteinander umgehen, was wir ausstrahlen, wie wir mit unseren Kindern leben, wie wir schwierige Situationen meistern – das wirkt. Wir wirken durch unser Sein. Und das ist ein star­ker Beitrag. Wir müssen nicht perfekt sein. Im Gegenteil – unsere Unvollkommenheit macht uns menschlich und authentisch.

Apostolat im Alltag

Wir sind gesandt, den Glauben im eige­nen Leben sichtbar zu machen, Hoffnung zu bringen und anderen Menschen Gottes Liebe erfahrbar zu machen. Apostolat ge­schieht nicht nur in der Kirche oder bei be­sonderen Aufgaben – es beginnt im Alltag: in unseren Worten, in unserem Handeln und in unserem Umgang miteinander. Wo Christen ihren Glauben leben und teilen, dort wird Apostolat Wirklichkeit.

Jeder Getaufte – egal ob Priester, Schwester, Familienvater, Frau und Mutter oder Jugendlicher – ist dazu berufen und befähigt, von Gottes Liebe zu künden: apostolisch tätig zu sein. Das ist das Charisma der Getauften. Das II. Vatikanische Konzil stärkt besonders die Laienapostel in ihrer Sendung, in die Welt zu gehen und dort für Jesus Zeugnis abzulegen. Zu unserem christlichen Selbst­bewusstsein gehört, dass wir einen Beitrag zum Reich Gottes bringen.

Unser gemeinsamer Weg

Missverständnisse hatten dazu geführt, dass zwischen uns dicke Luft war. Und ausgerechnet jetzt sollte der Vortrag stattfinden, den wir schon lange zuvor zu­gesagt hatten. Also fassten wir uns ein Herz und hielten den Impuls. Die Rückmel­dungen waren durchweg positiv. „Ihr seid so authentisch“ – da mussten wir doch etwas schmunzeln. Wenn die wüssten! Und doch spürten wir unmittelbar, wie gut es uns tut, gemeinsam apostolisch tätig zu sein für das, wofür wir brennen. Als Ehepaar dürfen wir uns gegenseitig motivieren und stärken, wie wir in der Liebe zueinander, zu Christus und zu Maria wachsen können. Besonders unser Ehege­spräch wird zu einem konkreten Beitrag, der für unser Leben und unsere Familie fruchtbar wird.

Ob durch Veranstaltungen, Vorträge, Begleitung oder einfach durch unser Leben: Unser Beitrag stärkt nicht nur andere, sondern auch unsere eigene Beziehung. Wir erfahren unsere Selbstwirksamkeit als Paar. Gemeinsam wirken macht Freude und trägt. Durch unsere Unterschiedlichkeit können wir einander im Apostolat ergänzen. Unser Beitrag wird vielfältiger und reicher.

Nicht müde werden Aus Liebe zur Gottesmutter bringen wir unseren Beitrag und dürfen mitwirken, dass Schönstatt ein Gnadenort ist und bleibt. Unser Beitrag als Ehepaar zählt – für uns, für unsere Familie, für die Kirche und für die Gesellschaft. Werden wir nicht müde, uns gegenseitig zu ermutigen, alles – auch das Gewöhnliche – der Gottes­mutter in den Krug zu schenken.

Zum Weiterdenken:
Unser persönlicher „Krug“
Wo erleben wir in unserem Alltag konkret Situationen (Freude, Ärger, Überforderung), die wir bewusst „in den Krug schenken“ könnten?
Mein Beitrag – dein Beitrag – unser Beitrag
Wo sehe ich, dass dein Beitrag im Alltag wirkt? Und wo erleben wir, dass unser gemeinsamer Beitrag als Ehepaar fruchtbar wird?
Alltag als Geschenk leben
Welche ganz gewöhnlichen Tätigkeiten fallen mir (oder uns) schwer – und wie könnten wir sie bewusster aus Liebe tun und so verwandeln?
Unser Sein wirkt
Wie erleben wir, dass wir als Paar durch unser Sein auf andere wirken? Wo möchten wir darin noch bewusster Zeugnis geben?
Mit frohem Herzen leben
Was hilft uns konkret, unseren Alltag mehr mit einem frohen Herzen zu gestalten? Wo stehen wir uns dabei vielleicht selbst im Weg?